Glossar
Was ist Innosuisse?
Innosuisse ist die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung. Erfahren Sie, wie Ihr KMU von Fördermitteln für KI- und Digitalisierungsprojekte profitieren kann.
Innosuisse — Schweizer Innovationsförderung für KMU

Was ist Innosuisse?
Innosuisse (vollständig: Schweizerische Agentur für Innovationsförderung) ist die Bundesagentur, die wissenschaftsbasierte Innovation in der Schweiz fördert. Sie wurde 2018 als Nachfolgerin der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) gegründet und untersteht dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Mit einem jährlichen Budget von rund CHF 300 Millionen gehört Innosuisse zu den wichtigsten Innovationsförderern des Landes.
Für Schweizer KMU ist Innosuisse besonders interessant, weil sie finanzielle Förderung für Innovationsprojekte bietet — auch und gerade im Bereich Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Die Fördermittel können einen erheblichen Teil der Projektkosten decken und machen innovative Projekte auch für kleinere Unternehmen erschwinglich.
Förderinstrumente von Innosuisse
1. Innovationsprojekte (Hauptinstrument)
Das Kernprogramm von Innosuisse fördert Kooperationsprojekte zwischen Unternehmen und Schweizer Hochschulen (ETH, EPFL, Universitäten, Fachhochschulen). Die Förderung funktioniert so:
- Innosuisse übernimmt die Kosten des Forschungspartners (Löhne, Material, Infrastruktur der Hochschule)
- Das Unternehmen trägt seine eigenen Kosten (Eigenleistung: Arbeitszeit der Mitarbeitenden, Material)
- Zusätzlich leistet das Unternehmen einen Cash-Beitrag von mindestens 50 % der Forschungskosten
- Typische Projektdauer: 12–36 Monate
- Die effektive Förderquote liegt bei 40–50 % der Gesamtprojektkosten
Für KI-Projekte bedeutet das: Wenn Sie eine massgeschneiderte KI-Lösung entwickeln wollen, kann Innosuisse die Forschungskosten übernehmen — z. B. für die Entwicklung eines spezialisierten ML-Modells an der ZHAW, die Erforschung einer NLP-Anwendung an der ETH oder die Entwicklung eines Computer-Vision-Systems an der FHNW.
2. Innovationsschecks
Der ideale Einstieg in die Innovationsförderung: Innovationsschecks sind Gutscheine im Wert von bis zu CHF 15 000, mit denen KMU eine Vorstudie, Machbarkeitsprüfung oder Potenzialanalyse bei einer Forschungseinrichtung in Auftrag geben können. Die Anforderungen sind niedrig:
- Ihr Unternehmen muss weniger als 250 Mitarbeitende haben
- Es muss in der Schweiz domiziliert sein
- Der Antrag ist unkompliziert und kann innert weniger Wochen bewilligt werden
- Kein Eigenanteil erforderlich — Innosuisse übernimmt die vollen CHF 15 000
Ein Innovationsscheck eignet sich perfekt, um die Machbarkeit eines KI-Projekts abzuklären, bevor Sie in ein grösseres Innovationsprojekt investieren.
3. Start-up-Förderung
Innosuisse bietet ein umfassendes Coaching-Programm für Start-ups: das «Startup Training» für den Einstieg, «Core Coaching» für intensive Begleitung durch erfahrene Coaches und den Zugang zum nationalen und internationalen Start-up-Netzwerk. Für KI-Start-ups ist dieses Programm besonders wertvoll.
4. Internationale Programme
Über Innosuisse International unterstützt die Agentur Schweizer Unternehmen bei der Teilnahme an internationalen Innovationsprogrammen: Eureka (europaweites Netzwerk für marktnahe Forschung), Eurostars (Förderung für innovative KMU) und bilaterale Programme mit Partnerländern.
KI-Projekte mit Innosuisse fördern lassen
KI und maschinelles Lernen gehören zu den Schwerpunktthemen bei Innosuisse. Typische förderfähige KI-Projekte für Schweizer KMU:
- Branchenspezifische KI-Modelle: Z. B. ein Machine-Learning-Modell für die Qualitätskontrolle in der Produktion, entwickelt in Zusammenarbeit mit der ZHAW.
- NLP-Lösungen für Schweizer Sprachen: Forschungsprojekte zur Verarbeitung von Schweizerdeutsch oder zur mehrsprachigen Kundenkommunikation.
- KI-gestützte Prozessoptimierung: Forschung zu intelligenter Automatisierung spezifischer Geschäftsprozesse.
- Computer Vision: Bilderkennungssysteme für spezifische industrielle Anwendungen (Defekterkennung, Sortierung, Inspektion).
- Predictive Analytics: Vorhersagemodelle für Nachfrage, Wartung, Kundenverhalten oder Risikobewertung.
- KI im Gesundheitswesen: Medizinische Bildanalyse, Diagnoseunterstützung oder Patientendaten-Auswertung.
Der Weg zu einer Innosuisse-Förderung
Der typische Ablauf für ein KMU:
- 1. Idee konkretisieren: Was wollen Sie mit KI erreichen? Welches Geschäftsproblem soll gelöst werden? Was ist der Forschungsbedarf?
- 2. Forschungspartner finden: Kontakt zu einer passenden Hochschule aufnehmen — ETH, EPFL, ZHAW, FHNW, HSG, BFH, SUPSI und weitere.
- 3. Innovationsscheck beantragen (optional): Für eine Machbarkeitsstudie als Vorstufe — unkompliziert und schnell.
- 4. Projektantrag einreichen: Gemeinsam mit dem Forschungspartner einen Projektantrag bei Innosuisse stellen.
- 5. Begutachtung: Innosuisse bewertet den Antrag nach wissenschaftlichem Innovationsgehalt, wirtschaftlichem Nutzen und Umsetzbarkeit.
- 6. Projektdurchführung: Bei Bewilligung startet das Projekt. Die Forschungskosten werden von Innosuisse übernommen.
Wichtig zu wissen
Innosuisse fördert Forschung und Innovation — nicht die reine Implementierung bestehender Technologien. Ihr Projekt braucht einen echten Forschungsanteil (neues Wissen, neue Methoden, neue Anwendungen). Die Einführung eines Standard-CRM oder die Installation eines bestehenden KI-Tools fällt nicht unter die Förderung. Aber die Entwicklung einer massgeschneiderten KI-Lösung für eine spezifische Branchenanwendung sehr wohl.
Gipfelwerk GmbH unterstützt Sie bei der Konzeption von KI-Projekten, kann die Brücke zu geeigneten Forschungspartnern bauen und begleitet die Umsetzung der Forschungsergebnisse in die Praxis. Als KI-Agentur kennen wir die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Schweizer Hochschulen und können abschätzen, welche Projekte gute Förderchancen haben.
Häufige Fragen zu Innosuisse
Grundsätzlich ja. Für Innovationsprojekte brauchen Sie einen Forschungspartner (Schweizer Hochschule). Für Innovationsschecks müssen Sie weniger als 250 Mitarbeitende haben und in der Schweiz domiziliert sein. Die Förderung ist branchen- und themenoffen.
Innovationsschecks decken bis zu CHF 15 000 für Vorstudien. Bei Innovationsprojekten übernimmt Innosuisse die Kosten des Forschungspartners — typischerweise 40–50 % der Gesamtprojektkosten. Es gibt keine feste Obergrenze; grosse Projekte können mit mehreren Hunderttausend Franken gefördert werden.
Nein. Innosuisse-Beiträge sind à-fonds-perdu-Beiträge — sie müssen nicht zurückgezahlt werden. Dafür erwartet Innosuisse, dass die Forschungsergebnisse in der Schweiz wirtschaftlich verwertet werden.
Innovationsschecks laufen typischerweise 4–6 Monate. Innovationsprojekte dauern 12–36 Monate. Der Bewilligungsprozess dauert ca. 3–4 Monate ab Einreichung des Antrags.
Ja. Gipfelwerk kann als Umsetzungspartner am Projekt beteiligt sein und den Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis sicherstellen. Wir helfen auch bei der Projektkonzeption und der Suche nach dem richtigen Forschungspartner.
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